Dozent Prof. Dr. V. Stahl Semester fünftes bis siebtes Semenster Software Engineering Umfang 4 Stunden Vorkenntnisse keine Prüfung Vortrag / Rechnerübung, 60-90 Minuten Termine Donnerstag 11:30-13:00 in F236/Y002, Freitag 11:30-13:00 in F138/Y002 Beginn und Vorbesprechung Donnerstag 4.10. in F236 Anmeldung
Alle Welt spricht vom (und wartet auf) das Semantic Web. Phantastische Zukunftsvisionen geistern durch die Medien, die gegenwärtige Realität nimmt sich jedoch wesentlich bescheidener aus. Manchmal hat man den Eindruck, dass es mehr unausgegorene W3C Empfehlungen als funktionierende Systeme gibt. Was steckt wirklich hinter dem Semantic Web, was ist der Stand der Technik, woran wird zur Zeit gearbeitet, und wie wird die Zukunft aussehen?Das Wort Semantik steht im Gegensatz zu Syntax. Die Syntax beschäftigt sich mit Zeichenketten und deren maschineller Verarbeitung, die Semantik mit der Bedeutung der Zeichenketten. Maschinen "können" nur Syntax - sie "verstehen" z.B. den Inhalt einer Webseite nicht, können aber leicht entscheiden, ob ein XML Dokument der Grammatik einer DTD entspricht. Menschen hingegen denken ausschließlich auf semantischer Ebene. Um jedoch semantisches Wissen zu speichern oder weiterzugeben, braucht es die Syntax. Selbst wenn Menschen miteinander kommunizieren, benutzen sie Worte (d.h. Zeichenketten in gesprochener Form). Schlagen Sie ein Buch auf - Sie finden dort keine "Bedeutung" sondern nur Text. Sie können den Inhalt eines Buches verstehen, eine Maschine Stand heute nicht.
Im Web ist enorm viel Wissen gespeichert - natürlich syntaktisch. Dass auch Maschinen dieses Wissen ähnlich wie Menschen nutzen können, ist das Fernziel des Semantic Web. Erste vorsichtige Schritte zeichnen sich im Bereich der Suchmaschinen ab. Gibt man z.B. den Suchbegriff "Monitor" ein, sollten auch Seiten angezeigt werden, in denen das gleichbedeutende Wort "Bildschirm" verwendet wird. Praktische Ansätze zeichnen sich z.B. im Bereich der semantischen Wikis ab. Ein sehr weiter Weg ist noch zu gehen bis das Web natürlichsprachlich gestellte Fragen beantworten kann, anstatt nur Seiten mit ähnlichen Begriffen zu liefern. Auch bei Spam Filtern ist die Bedeutung eines Textes viel relevanter als die darin auftretenden Worte. Hier wird viel mit Informationstheorie und Statistik gearbeitet.
Der Übergang zwischen Syntax und Semanitik ist vielleicht das größte ungelöste Problem der Informatik. Es gibt nur einen einzigen Grund anzunehmen, dass dieses Problem überhaupt lösbar ist: Der Mensch hat (ganz im Gegensatz zu Maschinen) scheinbar gar kein Problem damit.
Nachfolgend ein paar Themenvorschläge und etwas Material zum Einstieg. Eigene Vorschläge und Ideen sind sehr willkommen!Ein paar Links zu Übersichtsarbeiten - auf jeden Fall lohnenswert um den Zusammenhang zu bekommen!
- Web 2.0 - neue Entwicklungen und Ideen seit dem Platzen der Dotcom Blase im März 2000. [mehr...]
- Semantic Web. Überblicksvortrag: Ideen, Architekturen und Visionen. [mehr...]
- Einstieg in XML, XSL und XSLT. [mehr...]
- RDF (Resource Description Format) [mehr..]
- RDFS (RDF Schema) [mehr..]
- OWL (Web Ontology Language) [mehr..]
- Jena Projekt [mehr..]
- Semantische Wikis [mehr..]
- Ontologien in Cyc [mehr..]
- Description Logic - die Theorie für das Semantic Web [mehr..]
- Suchmaschinen mit Lucene [mehr..]
- RSS Feeds, Weblogs [mehr...]
- Parser Genratoren Flex und Bison [mehr...]
- Verarbeitung natürlicher Sprache [mehr...]
- Moderne Suchmaschinen [mehr...]
- Kurzer Überblick über den Aufbau des Semantic Web von Aaron Swartz.
- Projekt zur Erstellung eines semantischen Wikis an der FU Berlin im WS05/06. Sehr übersichtliche Beschreibung der Web Technologien RDF, RDFS, OWL
- A No-nonsense Guide to Semantic Web Specs for XML People, Part I (RDF,RDFS,OWL), II (SPARQL)
Nach der Vorbesprechung (Ort und Termin wird noch bekanntgegeben) erscheienen die Vortragstermine und Themen auf dieser Seite. Sie können allein oder zu zweit ein Thema bearbeiten, es müssen dann aber beide einen etwa gleich großen Teil des Vortrags halten.Damit's etwas Praktischer wird, können Sie statt eines reinen Vortrags gerne eine Rechnerübung in A106 durchführen. Vergewissern Sie sich aber vorher rechtzeigig, dass alle erforderliche Software in A106 installiert ist und funktioniert.
Ein Vortrag sollte etwa 60 Minuten dauern, eine Rechnerübung 90 Minuten. Tafel, Projektor und Beamer stehen zur Verfügung, vergewissern Sie sich aber rechtzeitig, dass Ihr Notebook mit dem Beamer funktioniert.
Jeweils eine Woche vor Ihrem Vortragstermin (am besten gleich im Anschluss an den vorigen Vortrag) treffen wir uns zu einer Vorbesprechung, zu der Sie Ihre fertigen Folien, Beispielprogramme und andere Unterlagen mitbringen sollten.
Im Seminar besteht Anwesenheitspflicht - konstruktive Beteiligung an der Diskussion nach einem Vortrag wird positiv in der Notengebung berücksichtigt.
Folgende Kriterien werden zur Benotung herangezogen.
- Wurde im Vortrag Interesse bei den Zuhörern geweckt?
- War der Vortrag verständlich? Logischer Aufbau erkennbar?
- Wurde ausreichend recherchiert und das Thema gründlich verstanden? Konnten Fragen beantwortet werden?
- Stoffauswahl: Nicht zu viel, auf die wichtigsten Punkte fokussieren, Details weglassen. Bezug zu vorigen Vorträgen herstellen, evtl. kurz zusammenfassen aber keine langen Wiederholungen.
- Wurde der Abgabeterimn für die Unterlagen eingehalten?
- Schwierigkeit des Themas.
- Gestaltung der Folien: aussagekräftige Bilder, nicht zu viel Text.
- Visualisierung der erklärten Sachverhalte durch Demos und kleine Beispielprogramme.
- Tempo angemessen und Zeitrahmen eingehalten?
- Blickkontakt, Gestik.
- Sprache: verständliche ganze Sätze, nicht abgelesen.
Im Internet finden Sie viel Literatur, wie man einen Vortrag optimal vorbereitet. Aus meinen persönlichen Erfahrungen mit den letzten Seminaren möchte ich Ihnen folgende Tipps besonders ans Herz legen:
- Stoff richtig gut verstehen, auf Fragen vorbereitet sein.
- Stoff auf's Wesentliche reduzieren, lieber etwas weglassen und den Rest gut erklären. In 60 Minuten kann man keine Bäume ausreißen!
- Bei einer Rechnerübung viel Zeit einplanen damit die Zuhörer mitarbeiten können.
- Wenn man etwas mit Bildern erklären kann, dann Bilder benutzen. Text nur im Notfall.
- Lieber anschaulich erklären als formal exakt, möglichst stark vereinfachen.
- Top down erklären: erst die grobe Idee, dann in Details absteigen. Kein Reference Manual vorlesen!
- Motivation am Anfang des Vortrags (z.B. Bilder, Demo, Anekdote).
- Beispiele bringen.
- Nicht auf eine funktionierende WLAN Verbindung verlassen. Inhalte lieber vorher runterladen.
Vorbesprechung Vortrag Vortragende Thema 25.10. 2.11. Ronald Hientz, Samuel Dicke Web 2.0 26.10. 8.11. Joachim Sodemann Ein juristischer Ritt durch das Web 2.0 2.11. 9.11. Jeannine Markgraf, Stefan Weber Suchmaschinen mit Lucene 8.11. 15.11. Joon Meng Goh, Tarek Iraki XML, XSL, XSLT 9.11. 16.11. Arthur Jonas, Mohamed Chelly RSS Feeds, Weblogs 15.11. 22.11. Oliver Mondl, Andre Wendel Semantische Wikis 16.11. 23.11. Martin Göhring, Jan Maier Frame Logic 22.11. 29.11. Elisabeth Wittek Verarbeitung natürlicher Sprache 23.11. 30.11. Handan Demirel Parser